Der Stadionumbau: Infos von Clemens Krüger

Die Wogen, auch hier im Blog, sind ja zuletzt hoch geschlagen, wegen des (scheinbar gefährdeten) zweitliga-tauglichen Umbaus des Stadions. FSV-Geschäftsführer Clemens Krüger hat sich jetzt, im Gespräch mit meiner Wenigkeit, bemüht, Klarheit zu schaffen. Denn Krüger sieht durchaus keine Blockadepolitik im Römer: „Der Wille, eine Lösung zu finden, ist da“, sagt er.

Zuerst einmal muss man wissen, dass der Umbau des Stadions schon vor mehreren Jahren beschlossen wurde. Damals spielte der FSV bekanntlich noch in der Oberliga und war immer wieder am Aufstieg gescheitert. Zu dieser Zeit wurde von der Stadt ein Umbau für die Regionalliga bewilligt. Und damals wusste noch niemand, dass mal eine dritte Profiliga eingeführt wird, die wieder höhere Anforderungen im technisch-organisatorischen Bereich stellt. Am Anfang stand also nur der regionalliga-taugliche Umbau.

Bekanntlich hat der Magistrat letzte Woche ja die Mehrkosten für den Ausbau für die neue dritte Profiliga in Höhe von 4,5 Millionen Euro genehmigt. Und: er hat den Auftrag gegeben, zu prüfen was ein Zweitliga-Ausbau kosten würde und wie der zu bewerkstelligen ist. Und das ist erstmal positiv.

Clemens Krüger ist jedenfalls zuversichtlich, dass alle Seiten eine Lösung, auch im Sinne des FSV, finden wollen. Auch, wenn es vielleicht bei dem ein oder anderen im Rathaus etwas gedauert hat, bis er die Tragweite erkannte: „Jetzt haben es alle verstanden und erkannt, um was es geht. Ich sehe das alles sehr entspannt“, sagt Krüger.

Was noch fehlt für die zweite Liga:

– 4500 Zuschauerplätze
– adäquate Medienarbeitsplätze
– eine Rasenheizung

Für die fehlenden Zuschauerkapazität hat Clemens Krüger eine neue Variante ins Spiel gebracht: „An der Nordstirnseite könnten wir noch aufstocken“, sagt der Geschäftsführer. Allerdings nicht um die geforderten 4500 Plätze. Diese Kurve – das frühere Seckbacher Eck – soll übrigens der künftige Gästebereich (derzeit geplante Kapazität 3450 Plätze) werden. Gegentribüne und Südseite können laut Krüger nicht aufgestockt werden. Bliebe die Haupttribüne (mit den bekannten Problemen und der Frage, ob ein Abriss nötig und möglich ist).

Falls der FSV in seiner ersten Saison den Klassenerhalt in der zweiten Liga schafft, ist es durchaus möglich, dass er seine zweite Saison im eigenen Stadion erlebt. Aber nur dann, wenn klar ist, dass auch zweitliga-tauglich umgebaut wird, logisch. Auch, wenn die Arbeiten zum Zeitpunkt des Saisonstarts noch nicht abgeschlossen wären. Zwar hat die DFL laut Krüger die Handhabung der technisch-organisatorischen Bedingungen verschärft, „aber“, sagt er, „ich könnte mir schon vorstellen, dass das ginge. Aber es gibt von der DFL noch keine endgültige Aussage zu einer zweiten Saison.“

Der Zeitplan für die Fertigstellung des Umbaus ist dann auch angesichts der ungewissen Lage um den Zweitliga-Ausbau, durcheinander gewirbelt worden. Im März 2009 sollte das Volksbank-Stadion ursprünglich fertig gestellt werden, aber Clemens Krüger sagt jetzt: „Mir fehlt momentan die endgültige Gewissheit, wann der Umbau fertig ist.“

Soweit die neuesten Infos zum Stadionumbau.

9 Kommentare für “Der Stadionumbau: Infos von Clemens Krüger”

  1. Olli aus BI sagt:

    Zitat: „Diese Kurve – das frühere Seckbacher Eck – soll übrigens der künftige Gästebereich (derzeit geplante Kapazität 3450 Plätze) werden. Gegentribüne und Südseite können laut Krüger nicht aufgestockt werden.“
    Und wo steht dann der harte Kern der FSV-Fans? Ich hatte mich so gefreut nach all den Jahren endlich mal wieder von hinter dem Tor aus, wo man am nächsten dran ist und die beste Sicht auf die fallenden Treffer hat, mein Team zu unterstützen.

  2. bbcoach sagt:

    Warum soll die Seckbacher Kurve nun die Gästekurve werden? Wäre es nicht viel sinnvoller die Südkurve hierfür zu nehmen? (Nähe zur U-Bahn)

  3. Annette sagt:

    Dass die Kurve jetzt für die Gäste ist, hat glaube ich mit Sicherheitsaspekten zu tun. Die Gästefans können ja auch von der U-Bahn-Station Eissporthalle kommen.
    Ich frage Clemens Krüger nochmal, wenn ich ihn die Woche zu fassen kriege.

    Auch danach, wo die harten FSV-Fans stehen werden. Ich nehm doch mal an gegenüber, oder?
    Außerdem: erstmal steht ihr alle schön in der großen, sehr großen Arena
    im Stadtwald 😉

  4. turbi77 sagt:

    also das mit dem seckbacher eck und den gegnern tut schon weh, hier wo die echten bernemer schon immer zu hause waren…
    also verstehen tue ich das ehrlich gesagt wirklich nicht, schon deswegen weil diese stehplätze auch die größere kapazität gegenüber der gegenseite bieten.

    also annette mal ehrlich im stadtwald-stadion wollen wir wirklich nicht dauerhaft hin, da brauchst du ja nen feldstecher um die spieler zu erkennen, egal wo du stehst oder sitzt.
    nein, die heimit des fsv ist und bleibt bernem und unser „hang“.
    also hoffen wir mal auf eine „göttliche eingebung“ der stadtoberen

  5. Annette sagt:

    „also annette mal ehrlich im stadtwald-stadion wollen wir wirklich nicht dauerhaft hin, da brauchst du ja nen feldstecher um die spieler zu erkennen, egal wo du stehst oder sitzt“

    Das stimmt allerdings. Aber die Rückkehr nach Bernem ist doch realistisch…Kann mir wirklich nicht vorstellen, dass die Stadt da anders entscheidet. Wartet doch mal ab, ich bin optimistisch, dass man eine Lösung finden wird, um den Hang zweitligatauglich machen zu können.

  6. Brillo Helmstein sagt:

    Irgendwann im Frühjahr wurde mal gesagt, dass bei Spielen während der Umbauphase der Gästeblock auf der „Nordtribüne“ angesiedelt wird. Das galt damals für die 3. Liga und hätte sich nach meiner Interpretation im Frühjahr 2009 erledigt, weil dann die „Südtribüne“ einsatzbereit wäre.

    Die Erhöhung der Zuschauerkapazität ist hier sicher das schwerwiegendere Problem. Besonders unter der Prämisse, dass die Haupt- und die Gegentribüne räumlich nicht erweitert werden können.

    Wenn ich mir die Bilder vom Umbau ansehe, dann könnte die Nordtribüne sicherlich noch ein ganzes Stück aufgestockt werden. Bisher sind es wohl lediglich 15 Stufen. Da wäre Platz für vielleicht nochmal 2.500 Zuschauer.

    In einem anderen Forum wurde der Vorschlag gemacht, die Gegentribüne anstatt für 1.800 Sitzplätze nur für 800 Sitzplätze auszubauen. Im restlichen Teil der Gegentribüne könnten dann schätzungsweise 2.000 Stehplätze ausgewiesen werden. Das wäre ein weiteres Plus von 1.000 Plätzen.

    Dann fehlen noch etwa 1.000 Plätze. Dafür könnte ich mir einen Anbau hinter der Haupttribüne vorstellen, der sich nahtlos an die oberste Sitzreihe des Altbaus anschließt. Dadurch sollte die Statik der „alten“ Hauptribüne nicht zusätlich belastet werden. Durch die Überbauung der heutigen Sommerterrasse ließe sich auch der Gastronomie- und der Funktionsbereich erweitern. Dem Umbau zum Opfer fiele lediglich die Dachkonstruktion der bisherigen Hauptribüne, da das Dach insgesamt höher aufgehängt werden müsste. Eine freitragende Stahlkonstruktion hätte hier sogar den Vorteil, dass keiner mehr hinter Pfosten sitzen muss. Durch den lediglich Teilabriss der Tribüne würde sich möglicherweise auch die baurechtliche Neubauproblematik umgehen lassen. Kosten dieses Umbaus???? Keine Ahnung! Wenn die sofortige Finanzierung der Stadt Probleme bereitet, dann könnte ich mir eine „Private-Public-Partnership“ als Finanzierungsmodell vorstellen (Eine Leasinggesellschaft finanziert vor und der öffentliche Auftraggeber zahlt über mehrere Jahre ab), das kommt mittlerweile häufiger bei öffentlichen Projekten vor. Warten wir es ab, was an Ideen hier in den nächsten Wochen auf den Tisch kommt.

    Ich denke, wir brauchen Geduld. Die baldmögliche Rückkehr in unser „Heimatstadion“ muss aber oberste Zielsetzung bleiben. Auch ich sage „nein Danke“ zu Feldstechern in Fußballstadien……..

  7. Olli aus BI sagt:

    @Brillo: Bist Du Bau-Ingenieur? Das klingt in meinen Laienohren alles sehr vernünftig.

  8. Brillo Helmstein sagt:

    @Olli aus BI
    Nein, auch ich bin leider nur bautechnischer Laie! Ich habe in meinem Beitrag einfach ein paar Vorschläge, die ich an verschiedensten Orten gelesen hatte, zu einem Zweitliga-Stadion zusammengesetzt.

  9. Annette sagt:

    Noch mal zum Seckbacher Eck und warum das jetzt Gästetribüne werden soll:
    es geht vor allem um die Sicherheit, die Gästefans werden über die U-Bahn-Station Eissporthalle zum Hintereingang geleitet.

    zur Frage, wo die FSV-Fans dann stehen können: es hat wohl eine Bitte der organisierten Fans gegeben, auch im neuen Stadion überdacht zu stehen (ist wohl wegen der besseren Akustik). Das wäre nur auf der Haupt- oder Gegentribüne möglich. Deshalb wird es dort wohl einen Fan-Block geben.

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