Die Auferstehung des Matthias Hagner

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Mal ganz ehrlich: Wie war Eure Reaktion, als Ihr gehört habt, dass Matthias Hagner für Matias Cenci spielen soll? Na? So ähnlich wie meine, wahrscheinlich. Und jetzt? Sind wir uns einig, dass der Tommy alles richtig gemacht, oder?
Hier die Geschichte zur unerwarteten Auferstehung von Matthias Hagner.

Matthias Hagner ist lange genug im Geschäft, allzu leicht kann ihn deshalb nichts aus der Ruhe bringen. Anderthalb Stunden vor Beginn des Regionalliga-Spiels beim SV Sandhausen wurde dem 33-jährigen von Trainer Tomas Oral eröffnet, dass er in der Anfangsformation des FSV Frankfurt steht. Doch überrascht davon, dass er anstelle von Matias Cenci in den Sturm beordert wurde, war Hagner nach eigener Aussage „nicht wirklich.“ Und nervös schon gar nicht. Schließlich zählt Hagner mit 102 Erst- und 74 Zweitligaspielen zu den Erfahrensten im Kader des FSV. Und den gebürtigen Mittelhessen kann eben so schnell nichts aus der Fassung bringen. Auch nicht, dass er nach dem 27. Oktober 2007 erstmals wieder in der Anfangsformation stehen sollte. „Ich habe mir im Training Kraft geholt und Spielpraxis in der zweiten Mannschaft“, erzählte Hagner, der gegen Sandhausen genau das machte, was ihm Tomas Oral vorher aufgetragen hatte. Durch schnelle Vorstöße in die Tiefe die Viererkette von Sandhausen auszuhebeln. Dass Hagner auch noch das 1:0 gelang (12.) machte die Sache für den Routinier perfekt. „Mein erstes Saisontor. Das war längst überfällig“, sagte er. Dabei hatten viele den 33-Jährigen schon abgeschrieben. Doch gegen Sandhausen bewies Hagner, wie wertvoll er für die Mannschaft sein kann. Wenn er fit ist. Denn in der Vorrunde zählte er zuletzt nicht mehr zur ersten Elf, auch weil er ständig mit muskulären Problemen zu kämpfen hatte. Zudem verletzte er sich Anfang dieses Jahres am Sprunggelenk, konnte keine ordentliche Vorbereitung machen. Jetzt ist er wieder schmerzfrei. Und ehrgeizig allemal. Seine hohe läuferische Bereitschaft und vor allem seine Vielseitigkeit machen ihn immer noch zu einem wichtigen Spieler für den FSV. Kaum ein Profi, der so vielfältig einsetzbar ist, wie Hagner, der im Sturm und Mittelfeld spielen kann, in seiner Karriere sogar schon in der Abwehr eingesetzt wurde. Dass er nun wieder wie Phönix aus der Asche aus der Versenkung aufgetaucht ist, Hagner nimmt es gelassen. „Es war ein gelungener Nachmittag“, sagte er. Nicht mehr und nicht weniger.