FSV – Ingolstadt: Die Trainer. Heute: Tomas Oral

[inspic=222,left,fullscreen,thumb]Es gibt diese Geschichte, die viel verrät über den Menschen Tomas Oral. 21
Jahre jung war der heutige Trainer vom FSV Frankfurt im Frühjahr 1994, als ihm auf dem Weg zum Probetraining bei der SG Egelsbach ein Missgeschick passierte. Sein Auto blieb auf der A 661 liegen, gut zehn Kilometer waren es noch bis zu seinem Ziel. Oral fackelte damals nicht lange. Er stieg aus, schulterte seine Sporttasche und rannte los. Zwei, drei Kilometer hetzte er so auf dem Standstreifen entlang, ehe ihn ein LKW-Fahrer schließlich mitnahm. Den damaligen Trainer der Egelsbacher, Herbert Schäty, beeindruckte das mächtig, und er verpflichtete Oral schließlich für die Regionalliga.

Ehrgeiz, eiserner Wille und höchste Einsatzbereitschaft zeichnen Oral auch
heute noch als Trainer aus. Für ihn reicht es nicht, nur 100 Prozent für seinen Verein zu geben, er gibt mehr. Bedingungslos unterwirft er seine persönlichen Bedürfnisse seiner großen Liebe – dem FSV Frankfurt.

Oral hat viel Kritik einstecken müssen, am Anfang der Saison. Es gab viele, die zweifelten, ob der unerfahrene Coach der Aufgabe, den FSV in die dritte Liga zu führen, gewachsen ist. Dennoch hat Oral immer an sich und seine Mannschaft geglaubt. „Ich war immer davon überzeugt, dass ich es schaffen kann und werde“, bekräftigt er.
Dass ihm Manager Bernd Reisig in dieser Zeit demonstrativ den Rücken stärkte, war wichtig für ihn. „Das hat mir unheimlich gut getan.“ Blauäugig ist aber auch Tomas Oral nicht. „Man kann sicher sein, dass Bernd Reisig, wenn er der Meinung gewesen wäre, reagieren zu müssen, auch reagiert hätte.“

Reisig blieb dagegen ruhig und hielt fest an dem von ihm hochgeschätzten Tomas Oral. Zweifellos die richtige Entscheidung. Denn Oral gelang es schließlich doch noch das Team zu einer Einheit zu formen. Dabei hat er nie Angst vor großen Namen gehabt. Ob nun Matias Cenci, Matthias Hagner oder Thomas Sobotzik – Oral kannte keine Skrupel auch „Promis“ bei schwachen Leistungen auf die Bank zu setzen. Der Coach hinterließ Spuren, erwarb sich innerhalb des Teams der großen Namen durch seine akribische, zielgerichtete Arbeit Respekt und lebt vor, was er von den Seinen erwartet: bedingungslosen Einsatz für den Erfolg.

So, wie die Mannschaft gereift ist, hat sich auch Oral, der im Winter die A-Lizenz erwarb (und für den Lehrgang zur Fußballlehrer-Ausbildung im Sommer 2009 angemeldet ist), weiter entwickelt. Der akribische Arbeiter hat gelernt, mit der gestiegenen öffentlichen Aufmerksamkeit umzugehen. Das rhetorisch geschliffene Wort wird wohl nie seine Sache werden, im Rampenlicht steht er nur ungern, bleibt lieber bodenständig. Seine Authentizität zeichnet ihn dann auch aus. Schon als Spieler wurde er von den Fans wegen seiner kompromisslosen Art und dem großen kämpferischen Einsatz geachtet. Dass er nun auch als Trainer am Spielfeldrand bisweilen sehr emotional reagiert, gehört zu ihm, wie sein Hund Schröder, den er mindestens genau so gerne hat, wie seine Lebensgefährtin.

Doch es gibt auch die leisen Seiten des Tomas Oral, der aus seinem Glauben Kraft schöpft, im fränkischen Ochsenfurt geboren wurde und 2000 zum FSV Frankfurt kam. Bei den Bornheimern war er nicht nur Spieler, sondern übernahm nach einiger Zeit als Trainer die zweite Mannschaft, nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn die erste Mannschaft. Vier Mal stieg der Mann, der alles andere als ein Glamour-Boy ist, zuletzt als Coach hintereinander auf. „Ich glaube noch an Werte wie Ehrlichkeit und Fairness“, sagt er, für den der Aufstieg in die Zweite Bundesliga der größte Triumph seiner Karriere wäre. Und spätestens, wenn ihm das gelingt, werden wohl auch die letzten Skeptiker Tomas Oral ihren uneingeschränkten Respekt zollen.

2 Kommentare für “FSV – Ingolstadt: Die Trainer. Heute: Tomas Oral”

  1. jan sagt:

    Danke, Tommy!

  2. Partymaus sagt:

    TRAINERGOTT TOMAS ORAL

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