Herz schwarz-blau. Die Fans des FSV. Heute: Die Libbachs.

[inspic=36,,,0]
Wenn die Libbachs dabei gewesen wären, als Jesus übers Wasser wandelte, hätten sie bestimmt gesagt: „Ei kann der denn net schwimme?“. Denn vor der Kritik des Duos, gnadenlos und unbarmherzig, darf sich nichts und niemand sicher fühlen. Erst recht nicht der FSV. Denn der ist eine Herzensangelegenheit von Vater Willi und Sohn Hans-Dieter, der eine schon 89 Jahre alt, der andere 61. Beide sind mit dem Traditionsverein aufgewachsen, haben Höhen und Tiefen miterlebt, bei Abstiegen gelitten und bei Erfolgen frohlockt – da darf man schon mal kräftig mosern. „Wie sich das gehört“, bekräftigt Hans-Dieter. So etwa über das neue Stadion, das zu einer kleinen Fußball-Arena umgebaut wird, für den Sohn aber nur zu „so einer engen Schüssel“ mutiert. Oder über die Auftritte der Mannschaft, die irgendwie nie den Ansprüchen der beiden genügt. Aber freuen, freuen tun sie sich doch, wenn die Jungs gewinnen. Muss man ja nicht so extrem zeigen. Denn ein Haar findet sich schließlich immer in der Suppe. Vielleicht rührt der kritische Geist der Libbachs ja daher, dass sie ihren FSV mit heißem Herzen lieben. Dass für sie nie ein anderer Verein in Frage gekommen ist. Dass sie von Kindesbeinen an am Bornheimer Verein hängen. Und deshalb auch schon einiges mitgemacht haben. Senior Willi ist einst von seinem Vater mit ins Stadion des FSV genommen worden, damals war er gerade mal sechs Jahre alt. So hat er es dann auch mit seinem Filius gemacht. „Das ist halt so. Das vererbt sich weiter“, sagt er. Im Grunde ihres Herzens können die beiden doch nicht ohne ihren Verein. Reisen so oft es geht auch auswärts mit. Da nimmt Senior Willi im Fanbus gerne gewaltige Strapazen auf sich. Für seinen FSV. Auch, wenn man sich hinterher wieder so was von aufregen muss. Doch ein Leben ohne all das? Für die Libbachs schlichtweg unvorstellbar. Und deshalb lieben sie ihren FSV. Und unter der harten Schale, davon kann man getrost ausgehen, verbirgt sich sowieso ein ganz weicher Kern.