Herz schwarz-blau. Die Fans des FSV. Heute: Horst Roth

[inspic=220,,,0]Der Mann ist eine Wundertüte. Unterhält man sich mit Horst Roth über Fußball, dann geht das Gespräch unweigerlich in eine Richtung. Nachdem ausgiebig über das Wohl und Weh seines Vereins, den FSV, diskutiert wurde, geht es ab auf die Insel. Zumindest imaginär. Denn Horst Roth ist nicht nur ein Liebhaber des englischen Fußballs, er ist auch ein ausgesprochener Kenner dieser Szene. Und überrascht mit seinem Fachwissen so manches Mal sein Gegenüber. Schon des öfteren hat sich Horst Roth Spiele auf der Insel angeschaut, kann von den Besonderheiten des englischen Fußballs erzählen, der einzigartigen Faszination und Atmosphäre des Inselkicks. Aber dann, am Ende des Gesprächs, kommt er doch immer wieder zu einem Thema zurück: seinem FSV. „Das ist mein Verein“, bekennt der 64-Jährige, „es gibt keinen anderen.“

So, wie viele der älteren Anhänger des FSV ist auch Horst Roth schon früh an den Bornheimer Hang gekommen, mit seinem Vater und Onkel hat er sich in den 50er Jahren die ersten Spiele des FSV angeschaut. Und ist hängen geblieben. Jahrzehnte lang hat er mit dem FSV gelitten und gehofft, gemeinsam übrigens mit den berühmt berüchtigten Libbachs, Vater und Sohn, die Horst Roth schon sehr, sehr lange kennt. Die Amateurmeisterschaft 1972 und auch den Aufstieg in die zweite Liga im Jahr 1994 hat Roth dann auch in vollen Zügen genossen. „Meine schönsten Erlebnisse mit dem FSV“, sagt er.

Als die Bornheimer dann aber nach einer desaströsen Zweitliga-Saison sofort wieder abgestiegen sind, war der Fechenheimer, der so gut wie bei jedem Training des FSV als Kiebitz dabei ist, stinksauer. Und ist aus lauter Frust über die Blamage aus dem Verein ausgetreten. Nun ist er seit April diesen Jahre wieder Mitglied. „Die haben mich belabert“, sagt er, aber das Leuchten in seinen Augen zeigt, dass er gar nicht so unglücklich darüber ist.

Wie auch über den Verlauf der aktuellen Saison. Aufzusteigen in die zweite Liga wäre auch für Horst Roth noch einmal etwas ganz Großes. Der Mann, der sich „nicht daran erinnern kann, jemals ein Heimspiel verpasst zu haben“, würde dann auch die Kröte WM-Arena schlucken, in der der FSV dann spielen müsste. Und er würde dann auch in der Riesenschüssel vermutlich keine einzige Partie verpassen.