Herz schwarz-blau. Die Fans des FSV. Heute: Michael Schuckert

[inspic=235,left,fullscreen,thumb]30 Jahre lebt Michael Schuckert nun schon in Frankfurt, aber seine Herkunft kann der gebürtige Essener nicht verleugnen. Jeder, der mit dem glühenden Fan des FSV schon ein paar Worte gewechselt hat, weiß warum: „Schucki“, wie der 54-Jährige auch genannt wird, hat sich die Sprachmerkmale des Ruhrpotts bewahrt. Und so erzählt er im schönsten Idiom seiner Herkunftsregion auch von einer ganz besonderen Beziehung: Die zum FSV.

Angefangen hatte alles mit einem Bornheimer Idol: Horst „Schotte“ Trimhold. Der spielte nämlich lange Jahre bei Schwarz-Weiss Essen. „Er war in Essen so etwas, wie Jürgen Grabowski in Frankfurt“, erklärt Michael Schuckert, dessen Herz zwar eigentlich für den Essener Stadtrivalen Rot-Weiss schlug. Die Spielweise des gebürtigen Esseners Trimhold hat Schuckert aber trotzdem mächtig beeindruckt. „Das war ein Riesenfußballer.“

Und als der Spieler dann zum FSV Frankfurt wechselte, hat Schuckert aus der Ferne auch den Werdegang des FSV verfolgt. Da war es fast zwangsläufig, dass der Essener nach seinem Umzug in die Mainmetropole auch an den Bornheimer Hang ging. „Aber am Anfang war das noch ziemlich sporadisch“, gibt Michael Schuckert zu. Regelmäßiger Besucher der Spiele wurde er erst in der Aufstiegsrunde zur zweiten Liga, die der FSV dann zur Saison 1994/1995 auch erreichte. „Da ging es richtig los“, erinnert sich Schuckert, den auch der desaströse Auftritt der Elf in der zweiten Liga (12 Punkte/103 Gegentore) und der sofortige Abstieg nicht abschrecken konnte.

Schuckert blieb dabei, wurde zum glühenden Anhänger und gab sich auch die Ochsentour über die Dörfer in der Oberliga. „Ich habe die ganze Leidensgeschichte mitgemacht“, erzählt der Essener, der selbst als Rechtsaußen bis in der Landesliga kickte. Ohne Fußball kann der 54—Jährige überhaupt nicht. „Gut, dass gerade die EM ist“, sagt er, „denn sonst bekäme ich sicher Entzugserscheinungen.“

Ein bisschen muss sich Schucki aber trotzdem noch gedulden, schließlich beginnt die Zweitliga-Saison erst Mitte August. Klar freut er sich auf die zweite Liga, hat aber auch Befürchtungen, dass die Nähe zu den Fans verloren gehen könnte. „Der Verein sollte aufpassen, dass das nicht passiert. Gerade die Fans, die jahrelang über die Dörfer mitgefahren sind, müssen gehalten werden.“

Dass der FSV sportlich in der zweiten Liga mithalten kann, davon ist er aber überzeugt. „Aber wir müssen kämpfen, um den Abstieg zu vermeiden.“ So oder so wird Michael Schuckert treu an der Seite des FSV stehen. „Weil es ein bodenständiger Verein ist und keiner so abgehoben ist.“ Und das soll auch in der zweiten Liga so bleiben.