Transfer auf eigene Faust

[inspic=12,,fullscreen,thumb]Es hat am Samstag nicht allzu lange gedauert, bis sich viele der 2200 Zuschauer im Stadion des FSV Frankfurt eine Frage stellten: Wer ist denn dieser Zottel mit der Nummer 38? Der quirlige Wirbelwind im Trikot der Bornheimer, der mit wehender Mähne im Spiel der Fußball-Regionalliga Süd die Abwehr der zweiten Mannschaft von Bayern München ein ums andere Mal aufmischte, hat einen Namen, der selbst bei manchem Fußball-Experten nicht auf der Liste stand: David Ulm, 23 Jahre alt, Offensivspieler, gebürtiger Franzose, letzter Verein Sportfreunde Siegen.

Auch wenn am Ende nach dem 2:2 bei den Frankfurtern Frust über den verpassten Sieg herrschte, durfte sich doch zumindest Neuzugang Ulm als ein Gewinner fühlen. Und war nach dem Schlusspfiff auch sichtlich erleichtert. Denn nicht umsonst sah man dem Techniker in jeder Aktion die Freude am Fußball spielen an. Schließlich liegt hinter dem Franzosen, der in einem 2000-Seelen-Dorf im Elsass geboren wurde und sehr gut deutsch spricht, eine lange Leidenszeit. „Ich will zeigen, was ich kann“, sagt Ulm, der sein Können in Siegen allerdings nicht demonstrieren konnte. Seit 2006 stand er bei den Sportfreunden unter Vertrag, gespielt hat er dort in der Regionalliga aber nur 18 Minuten. Immer wieder warfen den Franzosen, der über die Fußballschule von Racing Straßburg und den Viertligisten FC Mulhouse zu den Sportfreunden kam, Adduktorenprobleme zurück. „Ich war ein Jahr verletzt, habe viel Pech gehabt“, berichtete er. Am Ende hatten die Sportfreunde Siegen kein Vertrauen mehr zu ihm.

Tasche gepackt und mittrainiert

Ulm wiederum erinnerte sich an einen gewissen Tomas Oral, Trainer des FSV Frankfurt, der nach einem Testspiel der Siegener Anfang vergangenen Jahres von dem kleinen Wirbelwind ziemlich beeindruckt war. Als David Ulm schließlich merkte, dass er in Siegen keine Zukunft mehr haben würde, schnappte er sich im Dezember kurzentschlossen seine Sporttasche und fuhr nach Frankfurt, um spontan mitzutrainieren.

Der FSV hat Ulm, der seinen Vertrag in Siegen auflöste, in der Winterpause verpflichtet. Er erhielt einen bis zum Saisonende laufenden, stark leistungsbezogenen Kontrakt und will nun beweisen, was er drauf hat. Der erste Schritt ist ihm trefflich gelungen.

3 Kommentare für “Transfer auf eigene Faust”

  1. k.kuhl,herzblutbernemer sagt:

    Dieser junge Mann ist fußballtechnisch eine Augenweide, laufstark , leistungsfähig und immer kampfbereit.
    Die ideale Ergänzung zu unserem Knipser.
    Hoffentlich bleibt er uns noch lange treu. Also bis Samstag den 10.05.08 zu den nächsten Bigpoints. Karl

  2. Annette sagt:

    Der Verein hat eine Option, den Vertrag über die Saison hinaus zu verlängern. Gehe mal stark von aus, dass das der FSV machen wird.

  3. OFC sagt:

    Jetzt spielt er bei uns, weil Euer Big Boss so blöd war ihn ziehen zu lassen. David Ulm der Matchwinner vom Bieberer Berg!

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