Verschenkter Sieg in Kassel

[inspic=13,fsv,fullscreen,thumb]Er war hinterher der unglücklichste Mensch im Auestadion. Patric Klandt hätte sich nach dem Abpfiff des Spiels zwischen Hessen Kassel und dem FSV Frankfurt wahrscheinlich am liebsten irgendwo verkrochen und gar nichts mehr gesagt. Ging aber nicht. Denn immer wieder musste der Frankfurter Torwart erklären, wie es zu jenem Gegentor kommen konnte, mit dem Daniel Möller (84.) den Kasselern das späte 1:1 bescherte. Aus gut 30 Metern hatte der Nordhesse auf das Tor der Bornheimer gehalten, der eigentlich harmlose Schuss segelte in den Strafraum und alle in dem mit 11200 Zuschauern prächtig gefüllten Stadion, dachten schon die Situation sei so gut wie bereinigt: Dann geschah das, was Patric Klandt hinterher als „dummen Fehler“ eingestand. Anstatt den Ball vor der Bodenberührung aufzunehmen, ließ der Torwart das Leder noch einmal vor sich auf dem holprigen Rasen aufspringen. Klandt verschätzte sich, der Ball glitt ihm durch die Hände und kullerte ins Netz. „Ich hätte in dieser Situation vielleicht energischer hingehen sollen“, gab er sich hinterher einsichtig.
Allerdings lag es den Bornheimern fern, ihrem Torwart, der bis dato glänzend gehalten hatte, Vorwürfe zu machen. Schließlich war allen klar, woran es gelegen hatte, dass der FSV, wie schon in der Vorwoche, erneut zwei Punkte verschenkt hatte: An der fahrlässigen Chancenverwertung. David Ulm, erneut bester Bornheimer und Schütze des 1:0 (22.), war untröstlich: „. Das ist jetzt schon das zweite Mal, dass uns das passiert ist. Die ganze Arbeit, die wir vorher gemacht haben, ist jetzt weg. Wir hatten 85 Minuten Spaß und fünf Minuten, wo wir dieses Tor kriegen.“ Zumal der Gegentreffer in einer Phase fiel, in der Kassel, kämpferisch stark, aber spielerisch limitiert, körperlich platt war. „In der entscheidenden Phase haben wir es nicht geschafft, den Dolchstoß zu setzen“, sagte der Frankfurter Thomas Sobotzik.
Zahlreiche Möglichkeiten vergaben die Bornheimer, bei denen erstmals nach seiner Verletzung wieder Sascha Volk für Lawrence Aidoo in der Anfangsformation stand. In einem schwachen Spiel, geprägt von vielen Fehlpässen auf beiden Seiten, nutzte der FSV seine Konterchancen nicht. So hätte etwa Dennis Hillebrand mutterseelenallein vor Torwart Oliver Adler das Tor machen müssen (81.), scheiterte aber am Keeper. Allerdings hatte der FSV auch Glück, dass ein Foul von Abwehrchef Daniel Schumann, der nach eigener Aussage kurz vor der Vertragsverlängerung steht, an Andreas Haas im Strafraum nicht geahndet wurde. Insgesamt ging das Remis in Ordnung, wenn auch FSV-Trainer Tomas Oral haderte: „Wir haben heute und letzte Woche zwei Punkte liegen gelassen. Den Vorwurf muss ich der Mannschaft machen.“ FSV-Manager Bernd Reisig sah es dagegen pragmatisch: „Wir haben den Abstand zu einem direkten Konkurrenten gehalten.“ Derweil hat sich die Verletztenliste der Bornheimer erneut verlängert: Stürmer Jochen Höfler trat wegen einer Bänderdehnung im Knie die Reise nach Kassel erst gar nicht an.

Ein Kommentar

  1. Isabell sagt:

    Unglücklich Punkte zu verlieren ist anscheinend gerade in Mode in Frankfurt…

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