Zu bequem für den Aufstieg?

Foto: (c) S. Krieger

Tomas Oral war nach dem 1:1 gegen den VfB Stuttgart II fuchsteufelswild. „Ich bin stinksauer“, hat er gesagt und das nicht nur, weil zwei Punkte verloren wurden. Vor allem wie einige aus seiner Mannschaft im Spitzenspiel aufgetreten waren, brachte ihn auf die Palme.
„Es kann nicht sein, dass sechs, sieben Standfußball spielen. Und nicht bereit sind an ihre Grenzen zu gehen. Einige sind einfach zu bequem. Deshalb sind sie auch in der Regionalliga, nicht in der zweiten Liga. Das werde ich nicht dulden. Wer Leidenschaft zeigt, Siegeswille und Kampfgeist kann auch Fehler machen. Aber wer im Fußball keinen Mut hat den Ball haben zu wollen, kann nicht in der Regionalliga bestehen. Manche sind einfach zu bequem.“
Oral hat zwar keine Namen genannt, dürfte aber vor allem das enttäuschende Mittelfeld gemeint haben, hier zuvorderst: Christian Mikolajczak und Thomas Sobotzik – Markus Kreuz wurde ja dann nach der Pause besser.

Nun frage ich Euch: Kann es denn sein, dass ein Spieler angesichts der Qualifikation für die dritte Liga schon satt ist, obwohl er den Aufstieg für die zweite Bundesliga noch vor Augen hat? Wo doch die meisten der Spieler Verträge für die dritte und zweite Liga haben (und in der zweiten auch besser verdienen). Und es für viele vielleicht die letzte Chance ist, noch einmal höherklassig zu spielen.

Oder ist es nicht einfach so, dass das Bewusstsein, sich möglichst keinen Patzer mehr erlauben zu dürfen, die Beine schwer macht?

6 Kommentare für “Zu bequem für den Aufstieg?”

  1. jan sagt:

    Man sollte die Mannschaft nicht übermäßig kritisieren, sie spielen eine tolle Runde, haben ihr primäres Ziel erreicht und haben es immerhin geschafft wieder größere Mengen von Zuschauern mit ihrem attraktiven Spiel an den Hang zu bewegen.

    Die Regionalliga ist nun mal ein „Sammelbecken“ von Spielern, die aus verschiedensten Gründen eben nicht in der Zweiten oder gar Ersten Liga spielen, obwohl viele von ihnen durchaus das Talent dazu hätten. Einige sind nicht konstant genug in ihren Leistungen, andere sind schwierige Persönlichkeiten oder nicht in der Lage, mit hohem Druck oder besonderen Anforderungen umzugehen. Das ist nun mal so, und es ist die Kunst des Trainers, diesen fragilen Haufen zusammenzuhalten und ein Team daraus zu machen. Und das ist Tomas Oral beim FSV sehr gut gelungen, ich hatte am Anfang der Saison auch erhebliche Zweifel, ob ein so junger Trainer das schaffen kann, aber er hat uns da eines besseren belehrt.

    Ich fände es im übrigen besser, wenn man beim FSV jetzt ganz klar das Ziel „Aufstieg in die Zweite Liga“ definieren würde, anstatt von „Zugaben“ zu reden. Da braucht es nicht zu wundern, wenn die Mannschaft nicht ihr ganzes Potential ausschöpft. Den Spielern muß es ganz klar sein, das sie hier eine einzigartige Chance für sich selbst haben, um noch mal richtig groß rauszukommen.
    Und genau da hat der Trainer zu Recht den Hebel angesetzt.

  2. dirdybirdy sagt:

    @Jan, Deiner Ausführung kann ich nur zustimmen. Auch ich bin über das Spiel und das Auftreten des FSV in dieser Saison und das Erreichen der Liga3 sehr zufrieden.

    Doch vermute ich, dass einige Spieler beim Gedanken an die 2. Bundesliga, Gänsehaut bekommen und zwar nicht aus Begeisterung, sondern aus Beklommenheit. Sie fürchten nämlich, dass sie dort schlichtweg überfordert wären.

    Gerade die zweitligaerfahrenen Spieler des FSV, die in Liga2 aus den unterschiedlichsten Gründen bereits gescheitert sind, wissen genau, welche Anforderungen dort auf sie zukommen.

    Außerdem wird sich der Verein für die 2. Bundesliga erheblich verstärken müssen, um eine Chance auf den Klassenerhalt zu besitzen. Und welcher Spieler findest sich schon gerne auf der Ersatzbank wieder?

  3. jan sagt:

    @dirtybirdy
    Ich sehe es wie du. Wenn man es realistisch betrachtet, sind vielleicht vier oder fünf Spieler in der Lage konstant in einer höheren Liga mitzuhalten, nochmal so viele können an guten Tagen mithalten und für den Rest (der Kader umfaßt immerhin rund 30 Spieler!) dürfte es eng werden. Aber die Mannschaft wurde eben auch für das sichere Erreichen der Dritten Liga zusammengestellt und das haben sie bravourös gelöst. Der FSV muß sich im Falle des Aufstiegs enorm verstärken und viel Geld in die Hand nehmen, um nicht sofort gegen den Abstieg zu spielen. Wenn der Verein und vor allem die Sponsoren glauben, das stemmen zu können, sollen sie es tun. Wenn nicht, möchte ich den FSV lieber in der Dritten Liga sehen und dort am liebsten in der Spitzengruppe. Und das gäbe der momentane Kader mit 2-3 Verstärkungen durchaus her.

  4. Ffm sagt:

    Ich fände es im übrigen besser, wenn man beim FSV jetzt ganz klar das Ziel “Aufstieg in die Zweite Liga” definieren würde, anstatt von “Zugaben” zu reden. Da braucht es nicht zu wundern, wenn die Mannschaft nicht ihr ganzes Potential ausschöpft. Den Spielern muß es ganz klar sein, das sie hier eine einzigartige Chance für sich selbst haben, um noch mal richtig groß rauszukommen.

    s. Parallelen der Ziele der SGE (45 Pkte statt UEFA CUP Teilnahme) das Resultat gestern kann sich sehen lassen, lol

  5. Annette sagt:

    Zum klar definierten Ziel „Aufstieg“ anstatt „Zugaben“:

    Ich glaube, die öffentlichen Verlautbarungen, dass das Saisonziel ja jetzt erreicht, alles andere nun nur noch Zugabe sei, die Aufstiegsfeier auf dem Dampfer und so weiter, hat auch den Hintergrund, Druck von der Mannschaft zu nehmen.
    Intern wird das Ziel zweite Liga mit Sicherheit ausgegeben worden sein.
    Nur wird nach außen die Taktik verfolgt, die Sache klein zu halten, um die Mannschaft ja nicht zu sehr unter Druck zu setzen.

  6. FSV,ler sagt:

    @Annette

    genauso ist es ! Ich habe diese Vermutung, glaub ich, schon mal in früheren

    Diskussionen erwähnt. Alles was hier geäussert wird stimmt.

    Der Kader ist eine Sicherungsnummer gewesen für die 3. Liga und von der Besetzung

    her 2. Liga tauglich.

    Aber:

    unser Problem ist das Mittelfeld. Ohne Namen zu nennen, manchmal zu wenig Biss ,

    der ein oder andere aus dieser Position kommt mit trockenem sauberen Trikot vom

    Platz. Da fehlt einer , der das Kommando übernimmt und ordentlich dazwischenhaut.

    Dann würden wir aber ganz oben stehen , das ist eben der Unterschied.

    Die nächsten Spiele werden es zeigen – egal , wie der Gegner lautet , alle sind

    zu schlagen. Deswegen finde ich die Reaktion des Trainers vollkommen richtig.

    Nicht in die Hosen machen – volle Pulle nach vorne und das 90 Minuten lang !!!

    Dann kommen auch die Fans , denn wir wollen den FSV siegen sehen !!!

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